Wie lebten Kinder und Erwachsene vor rund 100 Jahren? Dieser Frage gingen die Klassen 3/4a und 3/4b bei ihrem Besuch im Kindermuseum in Nürnberg auf den Grund. Statt nur zuzuschauen, durften die Schülerinnen und Schüler selbst in verschiedene Rollen schlüpfen und den Alltag von damals hautnah erleben.
Im liebevoll eingerichteten Kolonialwarenladen wurde eingekauft, abgewogen und verkauft. In der historischen Bäckerei mahlten die Kinder Getreide zu Mehl und Haferflocken und erfuhren, wie aufwendig die Herstellung von Lebensmitteln früher war. Besonders stolz waren alle darauf, dass sie das frisch gemahlene Mehl und die Haferflocken in selbst gefalteten Papiertüten mit nach Hause nehmen durften.
In einem vornehmen Bürgerhaus warteten zwei Edeldamen bereits auf ihre Bediensteten. Mit viel Eifer wurden Tische gedeckt, Besorgungen erledigt und verschiedene Arbeiten im Haushalt übernommen. Andere Kinder waren als Postbotinnen und Postboten unterwegs und sorgten dafür, dass Briefe zuverlässig zugestellt wurden. Auch die Wäsche musste gewaschen werden – eine Aufgabe, die damals deutlich anstrengender war als heute.
Einige Kinder blieben Schülerinnen und Schüler und besuchten eine Schulstunde wie vor 100 Jahren. Geschrieben wurde nicht mit Füller oder Tablet, sondern mit Kreide auf einer Schiefertafel. Schnell wurde allen klar, dass der Schulalltag früher ganz anders aussah.
Den gelungenen Abschluss der Zeitreise bildete ein gemütliches Kaffeekränzchen. Dabei probierten die Kinder selbst gemahlenen Getreidekaffee und selbst hergestelltes Himbeer-Brausepulver. Für viele war das ein ganz neues Geschmackserlebnis und ein besonderer Höhepunkt des Tages.
Mit vielen spannenden Eindrücken, neuen Erfahrungen und einem kleinen Stück Vergangenheit im Gepäck trat die Klasse schließlich die Heimreise an. Der Ausflug ins Kindermuseum zeigte eindrucksvoll, wie viel sich in den letzten 100 Jahren verändert hat – und dass Geschichte besonders spannend wird, wenn man sie selbst erleben darf.